Bad Birnbach. Die große
Leistungsfähigkeit der Wasserrettungseinheiten im Landkreis vom
Ausbildungsstand über die Fachdienstbefähigungen bis zur technischen
Ausstattung spiegelte sich in der Herbsttagung der Kreiswasserwacht (KWW)
Rottal-Inn im Gasthof Wasner sowohl in den obligatorischen Berichten wieder als
auch in Zielsetzungen und Planungen zur Sicherung der umfangreichen Kapazitäten
und des hohen Niveaus der Einsatzqualität.

Stellv. Vorsitzender Josef
Zitzelsberger, der den erkrankten KWW-Vorsitzenden Hans Nothaft vertrat,
begrüßte in der großen Runde
der Führungskräfte der Ortsgruppen sowohl
den Ehrenkreisvorsitzenden der Kreiswasserwacht, Helmut Schmidt,
zugleich Ehrenmitglied der Wasserwacht Bayern
, als auch Spitzenvertreter
des BRK-Kreisverbandes und die Assistentin der Geschäftsleitung,
Sachbearbeiterin Sandra Pelkermüller.

„Für den BRK-Kreisverband ist
die Gemeinschaft der Wasserwacht eine wichtige Gruppierung, deren Arbeit der
Vorstand entsprechend würdigt“, unterstrich stellv. Kreisvorsitzende Brigitta
Moser – allen Mitgliedern der Ortsgruppen dankte sie zum Abschluss dieser
Saison bzw. dieses durchwachsenen Sommers für ihr enormes ehrenamtliches
Engagement: die vielen Stunden Wachdienst an Badeseen und in Freibädern, bei
der Ausbildung und Betreuung der Jugend sowie für die Anfängerschwimmkurse.
Kreisverband und Kreiswasserwacht seien stets bestrebt, anerkennend dem Umstand
gerecht zu werden, dass es sich um ehrenamtliche Tätigkeiten handele, obwohl
die Wasserwacht, speziell der Wasserrettungsdienst, inzwischen sehr
professionell geworden sei.

Den Verantwortlichen der
Kreiswasserwacht und der Ortgruppen bescheinigte Moser sehr gute Arbeit,
Zuverlässigkeit und Kontinuität zeichne sie aus – auch aus diesen Gründen habe
die KWW Rottal-Inn einen so hohen Stellenwert in Bayern. Den Führungskräften
sprach sie dafür eigens Dank aus. Zudem gelte Rottal-Inn als sehr gut
ausgestattete und aufgestellte Kreiswasserwacht, fügte sie hinzu – siehe die
jüngsten Indienststellungen von vier Fahrzeugen und zwei Motorrettungsbooten.

BRK-Kreisgeschäftsführer
Herbert Wiedemann sprach den KWW-Aktiven Dank und Anerkennung für ihren großen
Einsatz aus, motivierte angesichts der Misere „Schwimmen an Schulen
Fehlanzeige“ zu weiteren Schwimmkursanstrengungen und wünschte der Wasserwacht,
respektive ihren Einsatzkräften, unter dem Dach der großen Hilfsgemeinschaft
Rotes Kreuz weiter viel Erfolg.

Was geleistet wurde, das
zeigten die Tätigkeitsberichte. Viele positive Aspekte wie 17 SEG-Übungen mit
insges. 199 Teilnehmern und knapp 500 Stunden Gesamtumfang stellte Technischer
Leiter Josef Feigl heraus, teilte aber auch infolge des wechselhaften Wetters
den Rückgang der Wachdienste mit. Außerdem führte Feigl in positiver Hinsicht
an: die Wasserretter-Ausbildung (13 Teilnehmer,
Praxis auf dem Waldsee
und dem frei fließenden Inn), die Wasserretter-Fortbildung (Bad
Reichenhall), jew. zwei neu ausgebildete Rettungstaucher und Motorbootführer,
den laufenden Kurs „Lehrschein Schwimmen“ und den beginnenden Lehrgang
„Methdik/Didaktik“ – sowie „eine deutliche Verbesserung der Einsatzbereitschaft
durch jeweils zehn neue Rettungsschwimmer und Wasserretter“. Weiter aus Feigls
Überblick: Die KWW hat in 12 Ortsgruppen 1261 Mitglieder (+121); unter den mehr
als 500 Aktiven sind 70 Ausbilder in Fachdiensten sowie u.a. folgende speziell
ausgebildete Einsatzkräfte: 86 Wasserretter, 80 Rettungsschwimmer, 22
Rettungstaucher, 37 Motorbootführer, 27 Rettungsdiensthelfer/-sanitäter und 27
Einsatzleiter. Zudem ist die KWW mit mehreren Einheiten im Hochwasserzug
Ostbayern vertreten. Aus der Statistik dieses Jahres führte der Technische
Leiter insgesamt an die 40 Einsätze an (von Erster Hilfe über Vermisstensuche
bis Leichenbergung), von denen 17 den Wasserrettungsdienst direkt bzw. acht die
Schnelleinsatzgruppen betrafen. Dazu kamen etliche Abstellungen.

Für 2015 kündigte der Technische Leiter
diverse Ausbildungsmaßnahmen an: Wasserretter, Motorbootführer,
Schwimmkurs-/Trainingshelfer, Lehrgänge für Führungskräfte (Führen im Einsatz).
Eine Arbeitsgruppe bereitet den Kreiswettbewerb 2015 vor, um das neue Konzept
zu verfeinern sowie neue Ideen aus den Bereichen Jugend und Naturschutz
einzuarbeiten. Geplant ist für das Frühjahr 2015 weiter ein Ausbilderstammtisch
zur Thematik „Rettungsschwimmen“. Feigl wies noch darauf hin, dass entsprechend
ausgebildete Jugendliche (ab 16 J.) unter fachlicher Anleitung durch Erwachsene
bei SEG-Einsätzen, die für ihr Alter geeignet sind, mithelfen können – dadurch
würden die jungen Einsatzkräfte an diese Aufgaben herangeführt sowie zusätzlich
motiviert. Und: Auch die Wasserwacht setze natürlich die Rotkreuzstandards im
Jugendschutz und für Behinderte um.

Jugendleiter Thomas Hermann
ging in seinem Rückblick, unterstützt von seinem Stellvertreter Markus Gabriel,
u.a. auf das zusätzlich zu dem von der Familie Szücs erstellten Bonus-Heft
eingeführte Ortsgruppen-Rallye-Heft ein sowie auf die erfolgreiche
Jugendarbeit: das große KWW-Zeltlager (70 Kinder und Jugendliche) und die
diversen Aktionen der Ortsgruppen (von Ramma Damma über Ausflüge und Zeltlager
sowie jahreszeitlichen Aktionen bis zu Naturexkursionen, EH-Trainings und
SEG-Besuchen). Aus der Jugendleiterversammlung der Bezirkswasserwacht Ndb./Opf.
berichtete Thomas Hermann dies: Einsatzmöglichkeit für Jungmitglieder ab 16
Jahren, wie schon erläutert; erw. Führungszeugnis (bzw.
Unbedenklichkeitsbescheinigung) obligatorisch für alle Verantwortlichen und
Personen, die Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben; Naturschutz als
Fachdienst zwar weggefallen, bleibt aber mit Referenten und Aktionen in den KWW
vertreten.

Ausblick auf 2015: Geplant
sind das Bezirkszeltlager sowie auf KWW-Ebene ein ADAC-Fahrertraining für alle
Jugendleiter und der Besuch aller Ortsgruppen durch die Jugendleiter der
Kreiswasserwacht. Weitere Ziele der KWW-Jugendleitung: Aufbau eines
Ortsgruppen-übergreifenden Veranstaltungskalenders, Teilnahme von mindestens fünf
Jugendleitern aus Ortsgruppen am Lehrgang „Grundausbildung für Leitungskräfte“
sowie KWW-Veranstaltungen zu Themen wie „Gefahren im Netz“ und „Naturschutz“.

Naturschutzbeauftragter
Hubert Szücs betonte, auch ohne Fachdienst-Bezeichnung gehe es mit „G.N.U.“,
also im Bereich Gewässer, Natur und Umwelt, auf Kreis- und Bezirksebene weiter.
Sein Bericht beinhaltete u.a. den Bau diverser Nistkästen und Insektenhotels,
Exkursionen (wie Innauen, Rott, Wald und Flur) sowie Info-Stände. Für Samstag,
25. Oktober, kündigte der Umweltbeauftragte die Aktion „Futterhäusl bauen“ an.
Die 2015er G.N.U.-Termine werden noch festgelegt.

„Auf
allen Ebenen wurde viel geleistet und geschafft“, dafür dankte stellv.
KWW-Vorsitzender Josef Zitzelsberger den Führungskräften der Ortsgruppen und
Fachdienste, allen Aktiven, den Verantwortlichen und der KWW-Verwaltung beim
BRK-Kreisverband – sowie ausdrücklich dem Vorsitzenden der Kreiswasserwacht
Rottal-Inn, Hans Nothaft.
            – lb