Arnstorf. „Allen Respekt vor dieser Truppe, vor ihrem Engagement, vor dem Zusammenhalt und dem Gemeinsinn, mit dem sich diese Leute während des Jahres ehrenamtlich einsetzen und jetzt speziell dieses tolle Fest auf die Beine gestellt haben!“ Dieses Lob zog sich durch alle Grußreden zum Doppeljubiläum 50 Jahre Freibad und 50 Jahre Ortsgruppe Wasserwacht in Arnstorf.


Allemal Lob und Anerkennung verdient hat der Festausschuss um Bürgermeister Alfons Sittinger mit Vorstand Hans Seidl und Rainer Gratz von der Interessengemeinschaft, Hans Jürgen Knott (Wasserwacht) Elisabeth Rieß (Volkshochschule), Franz Stadler, Rita Überreiter, Irmi Schmied und Josef Zitzelsberger (Verein der Schwimmbadfreunde). Denn die zweitägige Feier wird als bestens gelungen in die Chronik der Marktgemeinde eingehen: Weil dank der umsichtigen Vorbereitung und einer riesigen Helferschar alles klappte, sich das Fest als Publikumsmagnet erwies, weil Petrus die Regenschleusen noch rechtzeitig geschlossen hatte und auch, weil der gesamte Reinerlös der beiden Feier-Tage über die Marktgemeinde wieder dem Freibad und seiner Ausstattung zu Gute kommt.


700 Besucher bei Rock’n’Roll-Konzert


Und so genossen die vielen Besucher am Samstag „Rock On The Water“ mit fetzigen Rhythmen und Gesänge der Band „Lauser“ von der Realschule Arnstorf in Biergartenstimmung zunächst im Freien. Doch schon zum Auftritt der Showtanzgruppe der Faschingsfreunde füllte sich das Zelt bis auf den letzten Stehplatz. Anschließend ließen sich die über 700 Besucher jeden Alters von der Band „Steve O. & The Shaky Bones“ mitnehmen in die Hoch-Zeit des Rock’n’Roll der 50-er und 60-er. Spaß und Freude an dieser Musik verstärkte die Eggenfeldener Rock’n’Roll Tanzgruppe bei ihrer frenetisch gefeierten Darbietung.


Nach einer kurzen Nacht waren alle Verantwortlichen und ihre Teams bereits wieder voll im Einsatz, um den mitfeiernden Vereinen, vielen, vielen privaten Besuchern und den Ehrengästen einen schönen Tag zu bereiten.


Den Reigen der Ansprache eröffnete Bürgermeister Sittinger. Er blickte dabei auf die Entstehungsgeschichte des Freibades mit der enormen gemeinschaftlichen Initiative zur Finanzierung (wir berichteten) zurück. Er hob die Familienfreundlichkeit der Freizeiteinrichtung mit 50000 Besuchern im Jahr hervor und würdigte den Einsatz des Vereins der Schwimmbad-freunde, die mit immer neuen Ideen die Attraktivität des Bades ständig steigern.


Seine Gratulation zum 50-jährigen Bestehen der Wasserwacht verband der Bürgermeister mit dem Dank an alle, die in der Ortsgruppe Verantwortung trugen und tragen und die sich bereitwillig in die Aufgaben einbringen. MdL Bernhard Roos strich den hohen Wert eines Freibades für die Bevölkerung und die hervorragende Nachwuchsarbeit bei der Wasserwacht heraus.


„Allen Respekt vor dieser jungen Truppe und ihrem Teamgeist“, überbrachte stellvertretender Landrat Kurt Vallee die Grüße von Landkreis und Landrat an die Wasserwacht. Sein Wunsch zum Jubiläum: von dramatischen Ereignissen weitgehend verschont bleiben und immer viele junge Leute, die zum Mittun bereit sind.


Das manchmal schwierige, aber immer spannende Einsatzspektrum der aktiven Truppe des Vereins mit 120 Mitgliedern zeigte Wasserwacht-Vorstand Mario Ecker auf und machte deutlich, dass neben Beckendienst, Training, Naturschutzaktionen und überregionalen Hilfeleistungen auch die Nachwuchsausbildung einen wichtigen Stellenwert einnehmen. „Den Menschen das Schwimmen lernen“, erinnerte BRK-Kreisvorsitzender Herbert Wiedemann an den Grundgedanken der Wasserwacht, der beim Ortsverein durch Kursangebote stets umgesetzt werde.


Auch der Bezirks- und Kreisvorsitzende der Wasserwacht, Hans Nothaft, nannte im Kampf gegen den Ertrinkungstod Schwimmkurse eine wichtige Aufgabe. In Arnstorf habe die Ortsgruppe Arnstorf beste Voraussetzungen für ihre Arbeit. Dem erfolgreichen „Paket“ aus Kommune, Wasserwacht und Schwimmmeister wünschte er weiterhin Spaß am Sport und Freude am Helfen.


Die jungen Arnstorfer Wasserwachtler brachte ihre Freude am Dabeisein bei ihrem Fest-Beitrag zum Ausdruck. Total selbständig hatte die junge Gruppe mit ihren Leiterinnen Lea Sittinger und Eva Hager eine Art Modenschau mit Ausrüstung samt Tauchanzug und Ausgehuniform vorbereitet, die bei den Besuchern auf helle Begeisterung stieß. Die Wasserjogging-Vorführung fiel zwar den doch recht kühlen Außentemperaturen zum Opfer, aber das Luftmatratzen-Rennen wurde durchgeführt. Laufstark von den Zuschauern am Beckenrand angefeuert, kämpften die Starter im Wasser gegen die Tücken ihrer Unterlage. Die beste Technik entwickelte dabei Korbinian Kampfl, der im Vorlauf und Finale nach 50 Meter als erster Anschlug und sich damit die Siegprämie von 100 Euro sicherte.


Letzter Höhepunkt des Festes war die Segnung des neuen Kletterturmes. Pater Rudolf Erl entledigte sich dieser Aufgabe mit einer humorvollen Ansprache und der Bitte an den Herrgott „dass er alle in seinen Segen einschließt und aufpasst drauf“. Die Musiker von „Unterbiere“, die bereits seit dem Morgen für zünftige Klänge gesorgt hatten, unterhielten die Gäste musikalisch.


Rottaler Anzeiger (cm) vom 03.06.2014