Der Alarm der Stufe 7 (Gefahrgutunfall) ging um 10.32 los. Die Feuerwehren Simbach, Kirchdorf, Seibersdorf, Julbach und Buch rückten aus. Die Ursache: Angeblich soll aus einer Firma im österreichischen Hallein bei Salzburg eine unbekannte Menge Öl in die Salzach ausgelaufen sein. Daraufhin habe sich ein hunderte Meter langer Ölteppich gebildet, der über die Salzach auf den Inn zu strömt. Wo und wieviel Liter genau, das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.
Am Badesee in Gstetten trafen sich die Einsatzkräfte, um die Situation zu beratschlagen. Dort setzten die Wasserwacht Simbach sowie die Feuerwehr Simbach ihre drei Boote ein und erkundeten die Lage zu Wasser. An Land grübelte die Einsatzleitung über einer Karte zusammen mit der Polizei. Kurze Zeit später wurde auch noch das THW Simbach verständigt, um sich auf den Bau einer Ölsperre über den gesamten Inn vorzubereiten. Gleichzeitig versuchte die Einsatzzentrale im Simbacher FFW-Haus durch Telefonate mit der Feuerwehr Hallein, der Berufsfeuerwehr Salzburg, dem Landesfeuerwehr-komando Oberösterreich sowie den Landratsämtern Altötting und Rottal-Inn nähere Informationen über das Ausmaß der Öl-Verschmutzung zu erfahren.
Gegen Mittag stellte sich heraus, dass bei der Halleiner Firma rund 3000 Liter Spindelöl ausgelaufen waren und der Ölfilm rund 20 Kilometer lang sei. Die Salzburger Feuerwehren haben daraufhin bereits eine Ölsperre über die Salzach gezogen. Allerdings mit geringem Erfolg, da die Fließgeschwindigkeit des Flusses wegen der Regenfälle derzeit besonders hoch ist.
Die Einsatzleitung in Gstetten entschied daraufhin, schnell zu handeln. Der Inn in Gstetten ist allerdings zu breit für eine Ölsperre, deshalb wurde die Stelle in Simbach zwischen Eisenbahnbrücke und altem Grenzübergang gewählt.
Für den Aufbau wurde die Werksfeuerwehr der OMV Burghausen verständigt, welche die Bauteile der Ölsperre nach Simbach brachten. Um die Einsatzkräfte in Simbach rechtzeitig über den Ölteppich zu informieren, bezog die Wasserwacht derweilen auf der Salzach bei Raitenhaslach Stellung.
Doch gegen 12.45 Uhr kam dann alles wieder ganz anders: Der Krisenstab brach die Aktion ab. Auf Grund verschwindend geringen Erfolgsaussichten. Die ausgelaufene Menge war im Vergleich zur Wassermenge der Salzach (Abfluss zur Einsatzzeit über 330 000 Liter pro Sekunde) so gering, dass das Öl mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht vom Wasser zu trennen sei.